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Informationen zum neuen Sportheim siehe hier.

Sportheim des SV Taching mit einer würdigen Einweihungsfeier seiner Bestimmung übergeben

 

„Jetzt ist es endlich soweit“ begann Peter Schäffler erleichtert in seiner Begrüßungsrede.

 

Nach zwei Jahren Planungsphase, intensiven Gesprächen mit den Behörden, Verbandsvertretern und der Gemeinde  konnte im Mai 2016 mit dem Bau begonnen und nach gut einem Jahr Bauzeit fertig gestellt werden.  Der Architektin Simone Riesemann vom Ingenieurbüro  Mathias Riesemann ist es hervorragend  gelungen, das Gebäude und die bauliche Gestaltung harmonisch in das Landschaftsschutzgebiet einzuplanen. „Es ist ein Zentrum entstanden, in dem man sich treffen und guten Sport betreiben kann“ zeigte sich Schäffler überzeugt.  Hier hob der Vorstand das Landratsamt Traunstein hervor, das sich trotz des schwierigen Genehmigungsverfahrens stets äußerst kooperativ gezeigt habe.

 

„Ohne die finanzielle Unterstützung der Gemeinde nicht möglich“

Die Finanzierung des neuen Vereinsheims konnte mit dem vom SV Taching über Jahrzehnte angesparte Guthaben nicht vollständig gestemmt werden. Neben einer Förderung des Bayerischen Landessportverbandes (BLSV) unterstützte die Gemeinde das Projekt mit einem Zuschuss in Höhe von 50 000 Euro.   29 000 Euro zahlte die Gemeinde als Ablöse für die Räume im Sanitärgebäude des Campingplatzes, die der SVT in den 1970er Jahren zusammen mit der Gemeinde erstellt hatte. Ferner leistet die Gemeinde den Gutstand für ein Bankdarlehen des SVT und stellt den Grund für eine Pachtzeit von 25 Jahren zur Verfügung. „Ohne die Gemeinde wäre der Neubau keinesfalls möglich gewesen“, bekräftigte Peter Schäffler.

Weitere 20 000 Euro konnten durch die „Dachziegelspende“ erwirtschaftet werden.

Schäffler dankte ferner allen Sach- und Holzpendern sowie den vielen freiwilligen Helfern  – vom Baggerfahrer bis zu den Damen des SV Taching, die die Arbeiter während des Baus mit Speis und Trank versorgten. Insgesamt wurden ca. 4800 Arbeitsstunden sowie über 200 Maschinenstunden am Bau unentgeltlich erbracht

 

Bürgermeisterin Ursula Haas beleuchtete ebenfalls noch einmal kurz die Entstehungsgeschichte. Von Anfang an sei die Gemeinde stark in das Projekt involviert gewesen, habe sich intensiv an der Standortsuche beteiligt, Baugrund zur Verfügung gestellt, bei Behörden vorgesprochen und nicht zuletzt einen großzügigen finanziellen Beitrag geleistet. „Ziel war, eine gute Lösung für den SV Taching zu schaffen. Der Verein ist ein wesentliches Element für unser Dorf und seine Gemeinschaft“, resümierte die Bürgermeisterin. Lob zollte Ursula Haas dem Tachinger Gemeinderat. „Er ist immer mitgegangen und hat alle Entscheidungen mitgetragen. Wir müssen ja immer auch an alle Bürger denken und nicht nur an einen einzelnen“, betonte die Gemeindechefin, die hoffte, dass das neue Vereinsheim mit sportlichem Leben erfüllt wird und zu einer weiterhin positiven Entwicklung des Vereins beitrage.

Die BLSV-Kreisvorsitzende Claudia Daxenberger verband ihre Gedanken mit Textpassagen aus dem Sportfreunde-Stiller-Song „Das Geschenk“: „Das neue Sportheim ist ein Geschenk des Vereins an die Mitglieder und Tachinger Bürger. Die vielen Helfer, die tatkräftig mitgearbeitet und sich engagiert haben, hat der Himmel geschickt.“ Darauf dürften alle Beteiligten stolz sein. In dem Neubau drehe es sich nicht ausschließlich um das sportliche Geschehen. „Das Vereinsheim wurde auch für kommende Generationen geschaffen und bereichert die Dorfgemeinschaft“, verdeutlichte die BLSV-Kreisvorsitzende.

 

„Hier wurde Großartiges geleistet“, konstatierte Architektin Simone Riesemann , die das Vorhaben von der Idee bis zur Fertigstellung zusammen mit Diplomingenieur Mathias Riesemann begleitete. Als man 2013 mit den Planungen begann, musste zunächst ein Raumprogramm erarbeitet werden. Strikt wurden sämtliche Vorgaben des BLSV berücksichtigt, um eine finanzielle Förderung in Anspruch nehmen zu können. Streng waren auch die Auflagen des Landratsamtes bezüglich der Architektur, da der Standort im Außenbereich sowie in einem Landschaftsschutzgebiet liegt. Bei der Planung habe sie Wert auf eine „klare, gefällige und funktionale Architektur ohne Sportcharakter mit einer hochwertigen, ökologische Bauweise“ gelegt. Alle Räume mit einer Nutzfläche von 172 Quadratmeter sind natürlich belichtet. Eine Gasheizung sorgt für Wärme; demnächst soll eine Solaranlage die Warmwasser-Aufbereitung unterstützen.

Sie dankte Heinrich Riesemann, der ihre Ideen beginnend mit der Statik, Ausschreibung, Detailplanung, Gesprächen mit den ausführenden Firmen, mit handwerklicher Arbeit und „seinen“ freiwilligen Helfern bestens umsetzte. Insgesamt hat er hierfür fast 2000 Arbeitsstunden ehrenamtlich aufgewendet.

Gemeinsam mit ihrer Mama Simone nahm Marie Riesemann im Anschluss die obligatorische Schlüsselübergabe an Peter Schäffler vor.

 

„Hier wurde etwas Sinnvolles für die Zukunft geschaffen“ 

 

Bauleiter Heinrich Riesemann entschuldigte sich zunächst bei allen, „die ich gefordert und gedrängt habe“, damit Planung und Bauumsetzung zügig voranschreiten. In seinem Abriss erinnerte er zunächst an das Jahr 1975, als die Räume im Sanitärgebäude am Campingplatz entstanden: „Das geschah schon damals mit viel Eigenleistung.  Die gesparten 6000 DM von damals bedeuteten ein

Grundstein für das heutige Vereinsheim.“

Auch der Sportplatzbau und der Turnhallenbau wurden mit viel Eigenleistung des SVT bewältigt.

 

Am 4. Mai 2015 gab der BLSV grünes Licht für den Neubau, zwei Tage später rückten bereits der Bagger, die Landwirte mit Traktoren und Radlader für den Baugrubenaushub an. Anfang Juli war der Rohbau fertig gestellt, im August begannen die Installationsarbeiten,  Ende Oktober waren der Innenausbau und die Außenfassade hergestellt. Im Spätherbst wurden in Eigenarbeit die Erschließung, die Außenanlagen , die Fliesenlegerarbeiten und der Innenanstrich gefertigt. Im Februar 2016, 9 Monate nach Baubeginn, konnten bereits die Duschen genutzt und das Gebäude für den Trainingsbetrieb verwendet werden.

Riesemann würdigte besonders seine rechte Hand , Zimmerermeister Michael Helmer, der vom ersten Tag an bis zur Fertigstellung ehrenamtlich auf der Baustelle mit Rat und Tat mithalf. Dass das Bauwerk mit nachhaltigen Baustoffen in hoher Qualität zügig entstehen konnte, verdankt Riesemann neben allen Helfern auch den beteiligten Firmen. Bei den Rohbauarbeiten stellte die Fa. Stöckl mit Manfred Babl einen engagierten Polier zur Seite, die Fa. Holzbau Wimmer fertigte termingenau den Dachstuhl und leitete die „Sportler“ bei der Montage an.  Die Fa. Peter Seehuber begann umgehend mit der Heizung- und Sanitärinstallation. Hier wurde besonderen Wert auf einen geringen Primärenergiebedarf und auf eine moderne Steuerung  gelegt, so dass die Heizung mittels Smartphone  auch extern bedient werden kann. Die Familie Wittscheck erledigte die Spenglerarbeiten und die Fa. Max Glaser aus Teisendorf lieferte dazu das Material. „Altfußballer“ Sepp Röckenwagner  machte mit Helmut Huber und Hansi Wagner ehrenamtlich die ganze Elektroinstallation. Für die Fenster und Außentüren war die Schreinerei Anton Baldauf zuständig. Die ganze Familie war unentgeltlich tätig beim Einbau. Den Zuschlag für den Innenputz erhielt die Fa. Anton Maier und Nitzinger aus Anger, die Fliesenlegearbeiten wurden in den Nasszellen vom Chiemgau-Fliesenhandwerk gefertigt, alle weiteren Fliesen wurden ehrenamtlich durch Franz Parzinger und der Mithilfe von Stefan Mayer und Helmut Seehuber gelegt. Die Fliesen lieferte Fliesen Kain aus Kirchweidach. Die Schreinerei Adam Koller aus Gessenhausen  mit Franz Seehuber fertigte die Innentüren, diverse Einrichtungen und die WC-Trennwände, wobei man hier Altholz aus Abbruch von Scheunen verwendet hat, das selbst gesammelt wurde. Den Innen- und Außenanstrich erledigten fachgerecht Altbürgermeister Hubert Schmid und Ludwig Kühnhauser, Maler Epple wirkte beratend  und die Fa. Adler lieferte kostengünstig die Farben. Die Fußballer an der Spitze Christian Schörgnhofer sowie Helfer aus der Skiabteilung und anderer Abteilungen, vor allem die AH-Fußballer, waren bei allen Gewerken zur Stelle, wenn Sie von Heini gerufen wurden. Die Pflasterarbeiten und die Außenanlage wurden komplett in Eigenleistung gefertigt. Baustoffe, Pflasterplatten, Kies und Beton wurden von den Lagerhäuser der Raiffeisenbanken VR-Bank und Rupertiwinkel, der BayWa Siegsdorf, der Fa. Schneckenpointner, der Fa. Drößler und Oppacher geliefert. Metallarbeiten erledigten die Fa. Schifflechner, Fa. Brückner, die Fa. Harbeck, Walter Hainz und Anton Hogger ehrenamtlich.

Doris Riesemann organisierte  mustergültig mit fleißigen Damen vom Sportverein die Verpflegung, so dass auf der Baustelle nie Hunger und Durst einkehrte.

Damit auch Siege gefeiert und Niederlagen verdaut werden können, liefert die Landbrauerei Schönram die Getränke. Kleine Speisen gibt es in der von Rudi Stöger eingebauten Küche.

Riesemann bedankte sich bei allen Firmen und der Vorstandschaft des SVT, die es gewagt haben, das Projekt zu verwirklichen.

Dank dieser vielen freiwilligen Helfern konnte das auf  189 000 Euro veranschlagte Bauwerk  (ohne Einrichtung) für insgesamt ca. 210 000 Euro brutto mit Einrichtung hergestellt werden.

„Hätten wir alle Arbeiten vergeben, wäre das Gebäude mit ca. 1000 m 3 umbauten Raum doppelt so teuer geworden.“ Aber ich denke, wir haben inzwischen alle überzeugt, dass hier etwas Sinnvolles für die Zukunft geschaffen wurde“, bemerkte Riesemann abschließend.  

 

„Hier zählt nicht der Sieg. Hier zählen das Spiel und das Miteinander“,

Auch Diakon i. R. Anton Lörzel würdigte den Einsatz des Vereins und seiner Mitglieder: „Hier haben viele Menschen zur Entstehung beigetragen.“ Die vielen Hände der stillen Helfer seien richtig und wichtig gewesen; das Projekt habe die Menschen zusammengeführt. „Und das in einer Zeit, in der wir zunehmend zu Einzelkämpfern werden“, beklagte Lörzel. Das Vereinsheim stelle einen gelungenen Kontrapunkt dar; dort würden Gespräch und Kommunikation gefördert. „Hier zählt nicht der Sieg. Hier zählen das Spiel und das Miteinander“, zeigte Lörzel auf, ehe er die Räume des Sportheims segnete. Musikalisch umrahmt wurde die Einweihung von den „4 Zwidern“. mia

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